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LocalEmpowerment – lokale Akteure stärken und vernetzen
Menzel Bourguiba / Stuttgart (2017)

LocalEmpowerment war ein bilateralerer Jugendaustausch zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und der Partnerstadt Menzel Bourguiba im Norden Tunesiens. Das Projekt wurde im Rahmen der deutsch-tunesischen Transformationspartnerschaft vom Auswärtigen Amt gefördert und vom Stadtjugendring Stuttgart e.V. sowie von Interchange e.V. durchgeführt.

Informationsabend

Interessierte Jugendliche konnten sich an einem Abend darüber informieren, worum es in dem Projekt konkret geht. Das Projektteam stellte sich vor, anschließend berichteten ehemalige Teilnehmer von vergangenen Projekten. Bei einem traditionell tunesischen Imbiss konnten die Gäste Fragen stellen und ins Gespräch kommen.

Vorbereitungstag

Die ausgewählten Teilnehmenden absolvierten am Vorbereitungstag einen interkulturellen Workshop um die Grundlagen der tunesischen Kultur zu erlernen. Zudem wurden erste Sprachanimationen durchgeführt und offene Fragen geklärt.

Begegnung in Stuttgart

In Stuttgart lernten sich die Teilnehmenden zunächst kennen: Eine Reihe von Kennenlernspielen und gemeinsame Besuche von Sehenswürdigkeiten führten schnell zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Natürlich durften auch Sprachanimationen nicht fehlen. Nachdem in einem interaktiven Workshop jeder und jede seinen Verein / seine Organisation vorgestellt hatte wurden Ideen gesammelt, die zu einer Verbesserung der Stadtgesellschaft beitragen können. In Kleingruppen wurden diese Ideen dann konkretisiert und ausgearbeitet. Es folgten mehrere Trainingseinheiten die den Teilnehmenden die Fähigkeiten vermittelten, die sie später als Gruppenleiter in einem (Austausch-)Projekt brauchen. Neben den theoretischen Inputs wurde das Gelernte auch in Praxiseinheiten eingeübt. Auf dem internationalen Kinderfest auf dem Marktplatz konnten sich die Teilnehmer über das breite Spektrum der Jugendarbeit in Stuttgart informieren. Es folgte ein ausführlicher Workshop zum Thema Projektmanagement im Kontext internationaler Austauschprojekte. Verbunden damit war ein Zielsetzungsworkshop in welchem gelernt wurde, wie Ziele klar und deutlich formuliert werden. Vertiefend ging es auch um den Unterschied zwischen Oberzielen, Unterzielen und Handlungszielen. Des Weiteren wurden Methoden zur Kulturvermittlung einstudiert. In Bonn besuchte die Gruppe den Pfad der Demokratie um die Entstehung der Demokratie in Deutschland nachzuerleben. Im Haus der Geschichte konnten viele Exponate aus der früheren Zeit begutachtet werden.

Begegnung in Menzel Bourguiba

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Delegue und weiterer Vertreter der Stadtverwaltung wurde die Begegnung in Deutschland noch einmal zusamengefasst. Was ist besonders in Erinnerung geblieben? Woran möchten die Teilnehmenden noch im Detail arbeiten? Die Erwartungen und Wünsche wurden festgehalten. Anschließend wurde erarbeitet was einen guten Jugendleiter – und ebenso einen guten Teilnehmenden – ausmacht. Danach ging es um die Rollen innerhalb eines Projektteams. Natürlich durften auch gruppendynamische und konzentrationsfördernde Spiele nicht fehlen. Ein weiterer Meilenstein war die Erarbeitung des Begriffes “Jugendpartizipation” sowie die Aufschlüsselung in die verschiedenen Stufen der Partizipation und den Verpflichtungen die diese Stufen mit sich bringen. Zusätzlich wurden die einzelnen Phasen die eine Gruppe durchlebt unter die Lupe genommen. Einen elementaren Baustein stellte der umfassende Feedback-Workshop dar: Konstruktives Feedback geben oder annehmen ist gar nicht so einfach. Mit vielen praktischen Übungen konnten die Teilnehmenden diese Fähigkeit deutlich ausbauen. Länderspezifisch wurde das Thema Aufsichtspflicht im Kontext von Jugendbegegnungen behandelt, zusätzlich wurde ein Erste-Hilfe-Workshop absolviert. Nun wurde das soziale Netzwerk der Stadtgesellschaft dargestellt: Welche Organisationen und Vereine gibt es, was sind deren Aufgaben, was ist für diese wichtig? Des Weiteren wurde untersucht wer bereits mit wem kooperiert, wo sich noch Synergien ergeben können und welche Erwartungen die einzelnen Organisationen jeweils an die anderen haben. Dann wurden Vertreter der Organisationen besucht und die Ergebnisse der Analyse vorgestellt. Ein weiterer wichtiger Baustein war der intensive Konfliktmanagement-Workshop. Hier wurde erlernt welche Art von Konflikten auftreten können, wie diese frühzeitig erkannt werden können und welche Ansätze es geben kann, diese Konflikte zu lösen. Dann arbeiteten die Teilnehmer ihre konkreten Projektideen weiter aus und bereiteten die Präsentationen für die Abschlussveranstaltung vor. Immer wieder wurden Teilergebnisse im Plenum vorgestellt so dass die anderen Teilnehmenden mit ihren Fragen weitere Impulse für die weitere Ausarbeitung setzen konnten.

Abschlussveranstaltung

Zur Abschlussveranstaltung hatte die Stadtverwaltung Menzel Bourguiba öffentlich eingeladen. Neben vielen Vereinsvertretern waren vor Allem Jugendliche aus Menzel Bourguiba erschienen um sich die ausgearbeiteten Projektideen anzuhören. Neben den Präsentationen hatten die Projektgruppen auch eine Tischvorlage vorbereitet die sich die Zuschauer mitnehmen konnten.

LocalEmpowerment – ein Projekt der Landeshauptstadt Stuttgart, durchgeführt von Interchange e.V. und
Stadtjugendring Stuttgart e.V. im Rahmen der deutsch-tunesischen Transformationspartnerschaft.